Friedensplakat-Wettbewerb

Autor: WOLFGANG DESOMBRE (Coburger Tageblatt 15.02.2019)

 

Die Ausstellung „Kinder plakatieren Frieden“ ist entstanden bei der Zusammenarbeit des Lions Club Coburg mit dem Staatsarchiv Coburg. Die farbigen Plakate seien das Ergebnis eines internationalen Lions-Friedensplakatwettbewerbs der Länder Österreich, Deutschland und Frankreich, führte Alexander Wolz, Archivrat und Leiter des Staatsarchivs Coburg, bei der Eröffnung der Ausstellung aus. Das Staatsarchiv habe die Bilder in eine kleine Schau über den Ersten Weltkrieg eingebettet und wolle mit Dokumenten Schlaglichter setzen, zeigen, welche Auswirkungen der Krieg auf das Coburger Land hatte. Dabei sei der Komplex Kriegswirtschaft aufgegriffen worden, und Akten dokumentierten den täglichen Kampf um die Ernährung. Ferner werde ein Blick auf die Folgen des Ersten Weltkrieges und auf den Versailler Vertrag geworfen. Thematisiert würden auch die hohen Opferzahlen, die schlechte Ernährungslage, die Auswirkungen der Kriegswirtschaft, Feldpostbriefe und die Kriegsfolgen.

Den Kindern bewusst machen
Der Lions Club International bitte die Bürger, sich für Europa einzusetzen und damit für den Frieden, sagte Markus Kießling, Schirmherr der Ausstellung und Lions District Governor Bayern Nord. Seit über 30 Jahren versuche der Lions Club, Kindern und Jugendlichen weltweit die Völkerverständigung und den Frieden nahezubringen. Die Ausstellung mit Werken von deutschen, österreichischen und französischen Kindern sei etwas Besonderes. „Ich bin beeindruckt, was Kinder aufs Papier bringen und wie Kinderaugen den Frieden sehen“, betonte Markus Kießling.

Im Jahr 1990 hätten die Bürger noch Stacheldraht und Maschinengewehre erlebt, und das Militär habe auf einem riesigen Atomwaffenarsenal gesessen, erinnerte Oberbürgermeister Norbert Tessmer. Damals habe jeder noch vor dem anderen Angst gehabt, heute sei dies so nicht mehr der Fall. Dann sagte Tessmer aber: „Bei mir schrillen bei der Tatsache, dass Frankreich seinen Botschafter aus Italien abgezogen hat, 1000 Alarmglocken. Das Leben ist derzeit umgeben von Zündlern, die mir große Sorgen bereiten.“
Jürgen M. Werobèl-La Rochelle (LC Coburg Veste) sagte in seinem Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung, an den Weltkriegen seien fast alle europäischen Nationen involviert gewesen, bei dieser Ausstellung seien es drei. Hier gehe es um den Austausch von Bildern, bunt, mit Fantasie und Engagement von europäischen Kindern geschaffen. Sie zeigten ihre „Visionen von Frieden“. Werobèl-La Rochelle blickte intensiv auf den Élysée-Vertrag und brachte Beispiele für den Erfolg dieses Vertrages. Er habe kürzlich eine Erweiterung durch den Aachener Vertrag von Januar 2019 gefunden. Ein großes Lob erfuhr in seiner Rede die Friedensgemeinde Meeder, und er erzählte zum Abschluss, dass Jugendliche beim Thema Élysée-Vertrag Folgendes geäußert hätten: „Wieso waren die Leute so blöd und haben einen solchen Vertrag nicht schon 100 Jahre vorher geschlossen? Da wäre uns vieles erspart geblieben.“


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